Internationales Fest 2026
Grenzenlose Vielfalt
Bad Nauheim feiert sein Internationales Fest als Bekenntnis zu Begegnung und Zusammenhalt
Bericht von Hedwig Rohde:
Wetter, guter Besuch und stimmungsvolle Musik: Am Ende des Tages konnten sich die Organisatoren ebenso wie die zahlreichen beteiligten Vereine und Gruppierungen über ein gelungenes 43. Internationales Fest in der Trinkkuranlage freuen. In den Ansprachen waren vor dem Hintergrund der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung aber auch nachdenkliche Töne zu hören.
Das „Fest der grenzenlosen Vielfalt“ sei seit Jahren ein Herzstück des kulturellen Lebens in der Stadt, sagte Bürgermeister Klaus Kreß in seiner Ansprache. Es zeige, was Bad Nauheim ausmache: Offenheit, Neugier, Respekt und die Lust, miteinander ins Gespräch zu kommen. „In einer Zeit, in der die Welt manchmal lauter und härter wirkt, setzen wir hier ein klares, freundliches und hörbares Zeichen: Wir stehen zusammen. Wir leben Vielfalt.“
Das Fest sei aber mehr als ein fröhlicher Termin im Kalender. „Es ist ein Bekenntnis. In Zeiten gesellschaftlicher und politischer Polarisierung, in denen mancher laut nach Abgrenzung ruft, sagen wir leise, aber bestimmt – und heute auch gern laut und fröhlich: Unser Weg ist das Miteinander“, betonte Kreß. Ein offenes, demokratisches und multikulturelles Deutschland beginne nicht in großen Reden, sondern im Alltag, zwischen Menschen, die sich mit Respekt begegneten. Er forderte die Anwesenden auf, die Hand auszustrecken, einander kennenzulernen, neugierig zu sein. „Gehen Sie auf jemanden zu, den Sie nicht kennen. Fragen Sie nach der Geschichte hinter einem Lied, einem Tanz, einem Rezept. Vielleicht entdecken Sie nicht nur eine neue Köstlichkeit, sondern auch eine neue Freundschaft“, riet der Bürgermeister.
Ursel Leichtweiß, Vorsitzende des Internationalen Clubs Bad Nauheim, verband ihre Auflistung der zunehmenden bürokratischen Hürden mit dem Dank an die Stadt für die finanzielle Unterstützung und die Wertschätzung der vom ICBN geleisteten Arbeit. Antrieb für das Engagement, trotz aller Probleme und angesichts schwieriger weltpolitischer Zeiten ein buntes Fest zu feiern, sei der Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben aller Nationen, Religionen und Kulturen im Mikrokosmos Bad Nauheim .
In Zeiten der Polarisierung und des spürbaren Rechtsrucks in Politik und Gesellschaft müsse die Gemeinschaft für Menschen mit Migrationsgeschichte eintreten, dürfe sich nicht spalten lassen durch rechte oder auch linke Parolen. „Wir alle müssen achtsam sein, um unsere Demokratie zu schützen. Sie gilt für alle Menschen unseres Landes, egal welcher Herkunft und welchen Glaubens. Dafür treten wir ein!“
Im Anschluss an die Begrüßung, die von der indonesischen Musikgruppe Nusantara eingeleitet worden war, unternahmen Bürgermeister Klaus Kreß, Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow und Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler einen Rundgang über das Festgelände und überzeugten sich an den einzelnen Ständen von Vielfalt und Qualität des essbaren bzw. dekorativen oder informativen Angebots. Herzlich begrüßt wurde Staatsministerin Natalie Pawlik, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, die ihren vor sechs Wochen geborenen Sohn Emil mitgebracht hatte.
Zu den regelmäßigen Unterstützern des Internationalen Festes zählt die evangelische Gesamtkirchengemeinde; eine Anordnung junger Leute sorgte auch in diesem Jahr für geregelte Abläufe an der Getränketheke. Für das Kinderprogramm sorgten die ehemalige Gemeindepädagogin Regina Reitz, das Team des Vereins Lichtblick und das JRK. Im Gelly Print Workshop unter Leitung von Alan Twitchell (Internationaler Bund Friedberg) konnte der Nachwuchs kreative Talente ausleben.
Auf der Bühne entfaltete sich unterdes ein ebenso abwechslungsreiches wie ansprechendes Musik- und Tanzprogramm. „Musik & mehr“ boten die Ukrainer auf, der Alternative Tanzclub zeigte sein Können, ebenso wie die Philippinische Gruppe Bad Nauheim und der Verein KuBiKi Bad Nauheim. Der von Lydia Kolepp geleitete Li-Dance wurde herzlich beklatscht, ebenso die türkische Saz-Gruppe (Leitung Adem Altay), die Griechische Tanzgruppe „Mänaden“ Bad Nauheim, Nico & Peppe mit ihrer italienischen Musik, die irischen Weisen des Duo Celtic Tree, die eritreische Musik-und Tanzgruppe und die iranische Gruppe Mahvash mit Musik und Tanz.
