Afghanische Kulcha treffen Frankfurter Bethmännchen
Während der 1½jährige syrische Alan eher noch auf Mamas Schoß das
geschäftige Treiben der vielen Besucher beobachtete, war die über 80jährige
Oma mit ihren beiden Enkelinnen tatkräftig an den verschiedenen
Backstationen unterwegs.
Das „Internationale Plätzchenbacken“, veranstaltet vom Internationalen Club
Bad Nauheim in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Bad Nauheim und
Ober-Mörlen, begeisterte Jung und Alt. Insgesamt ca. 50 Erwachsene sowie 30
Kinder und Jugendliche waren der Einladung gefolgt, ein Team von 22
Mitarbeiterinnen organisierte und unterstützte das Backevent.
Das „Internationale Plätzchenbacken für Jung und Alt“ war die letzte von drei Veranstaltungen des diesjährigen Projekts „Begegnung der Kulturen“, gefördert vom Wetteraukreis aus dem Programm „Generation Nachbarschaft- soziale Räume gemeinsam gestalten“. Menschen verschiedener Nationalitäten und Kulturen generationenübergreifend durch gemeinsames Tun zusammenzubringen, sei das zentrale Ziel des Internationalen Clubs, erläuterte Vorsitzende Ursula Leichtweiß.
Gemeinsam mit Regina Reitz, der ehemaligen Gemeindepädagogin der Ev. Kirche, konnten versierte Hobbybäckerinnen und -bäcker gewonnen werden, die ihr Rezept und den bereits zubereiteten Teig mit in die Wilhelmskirche brachten.
In Herzform gebackene afghanische Kulchas mit dem unverkennbaren Geschmack von Kardamom, nach einem Rezept von Sima Adel, begeisterten ebenso wie syrische Klitsha, wahlweise mit oder ohne Dattelfüllung, die traditionell zu Festtagen in Syrien gebacken werden, vorgestellt von Rita Orfali. Das „Kleine Wunder“ (Name des Plätzchens) konnte man erleben an der Backstation von Natalie Blum und Oxana Gerbst, Mitglieder des Vereins KuBiKi e.V., die das Rezept der russland-deutschen Großmutter vorstellten. Die Mohnplätzchen zum Ausstechen lagen voll im Trend der jungen Bäckerinnen.
Mit ebenso viel Eifer und Phantasie waren Kinder und Erwachsene mit dem
Ausstechen und Verzieren des Lebkuchenteigs, den Halyna Oblohina nach
ihrem ukrainischen Rezept zubereitet hatte, beschäftigt.
Hobby-Bäcker Christopher Bayer vom Verein der Köche Bad Nauheim teilte
sein Rezept von den „Frankfurter Bethmännchen“ und brachte die Geschichte
der Bethmännchen den Anwesenden näher.
Halbmondförmige Vanillekipferl wurden am Backtisch mit Barbara Tulatz
geformt und nach dem Backen in viel Puderzucker gewälzt.
Die Bastelstation, betreut von Anne Mörler, Gisela Schmidt, Madita Duch und
Maren Neuheuser, den Mitarbeiterinnen der Evangelischen Kirche, war auch in
diesem Jahr eine willkommene, kreative und gern genutzte Ergänzung des
Nachmittags.
Nach dem gemeinsamen Probieren des Gebäcks in der großen Runde konnten
alle eine kleine Tüte mit der Plätzchenmischung mit nach Hause nehmen, dazu
das diesjährige Rezeptheft zum Nachbacken der Leckereien.
Die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden mit dem gelungenen Nachmittag
und bedankten sich insbesondere beim unschlagbaren Back-Team Katja
Hirschhäuser und Franziska Schmidt, die in der kleinen Küche die Organisation
des Backens von über 1000 Plätzchen wie gewohnt fest im Griff hatten.
